Matthias Egersdörfer

10. Okt

Matthias Egersdörfer

"Ein Ding der Unmöglichkeit" - 16. Rother Kabarettherbst

Sa, 20.00 Uhr, Kulturfabrik

Frankens bekanntester Grantler ist seit geraumer Zeit auch Deutschlands bekanntester Schatz. Im Franken-Tatort spielt Egersdörfer den Spusi-Leiter Michael Schatz mit für fränkische Verhältnisse erträgtlicher Laune. Auf der Bühne aber ist und bleibt er der wütende Misanthrop.

Es heißt, er sei nicht einfach nur der Grantler unter den Kabarettisten, er ist der absolut schlechtestgelaunte Kabarettist überhaupt. Der Mann hat zu nichts und zu niemandem ein normales Verhältnis. Er ist dann wohl der fränkische John Belushi. Und wie dieser beherrscht Egersdörfer die Kunst der zarten Poesie, die zwischen und um und in all den Wutausbrüchen, Lethargie-Phasen und überhaupt allen Launen, die er im handfesten Fränkisch mitunter lautstark vermittelt, mitschwingt. Zu seinem neuen Programm, erzählt Egersdörfer, kam er so: „Wenn ich als Kind zwei Kugeln Eis mit Sahne, einen Hund oder beispielsweise ein Maschinengewehr haben wollte, pflegte meine Mutter immer zu sagen, dies sei ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei erhob sie ihre Arme zum Himmel und versuchte, bestürzt zu schauen. In diesem theatralischen Augenblick wusste ich, dass jetzt nur Sturheit und Gebrüll weiterhelfen konnten, um mein Ziel zu erreichen. Vor einiger Zeit dachte ich mir: Du müsstest mal wieder ein neues Programm auf die Bühne bringen. Kaum hatte ich zu Ende gedacht, erhob ich im Zimmer die Arme zum Himmel, schaute leicht konsterniert und rief laut: ‚Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.‘ Meine Frau, die auf dem Sofa saß und gerade in den Fernseher schaute, in dem ein älterer Mann den Wert einer Kaffeekanne feststellen wollte, drehte sich zu mir um und sagte: ‚Genau diese Worte denke ich mir, wenn ich dich gelegentlich ansehe.‘ Deswegen trägt das neue Programm den Titel: ‚Ein Ding der Unmöglichkeit‘.“

Foto: Stephan Minx

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