
Sutcliffe
Er gilt als der erste Psychothriller und als einer der wichtigsten Stummfilmklassiker überhaupt - „Das Cabinet des Dr. Caligari“. Aus diesem expressionistischen Meisterwerk hat die Instrumentalband Sutcliffe ein instrumentales Kopfkino-Spektakel geschaffen, das am Sonntag, den 8. Februar um 19 Uhr in der Kulturfabrik nicht nur Cineasten begeistern wird.
Wäre Sutcliffe ein Film, dann würde man diesen sicherlich unter dem Genre Arthaus-Filme einzuordnen versuchen. In ihrem aktuellen Projekt „Das Cabinet des D. Caligari“ zeigt die Band in der Kulturfabrik den Stummfilmklassiker mit eigens dazu komponierter Musik. Dass die fünf Bandmitglieder Experten für Kopfkino-Sound sind, haben sie erst in diesem Jahr bei der Live-Vertonung des Stadtschreiberstücks „Archeopteryx – der Stein vergisst nicht“ unter Beweis gestellt. Ihr neues Projekt, „Das Cabinet des Dr. Caligari“ gleicht ebenfalls einem Gesamtkunstwerk. Ihre Musik untermalt auf besondere Weise den von Robert Wiene aus dem Jahr 1920 erschienen Streifen mit seinen grotesk verzerrten Aufnahmen und expressionistischem Bühnenbild. Der Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung erzählt von Angst, Identitätsverlust und Machtmissbrauch, einen Albtraum in sechs Akten, in dem ein Schlafwandler, der unter dem Einfluss seines dämonischen Herrn, dem zwielichtigen Dr. Caligari als Jahrmarktattraktion herumgezeigt wird und nachts mordet. Die Darsteller geistern dabei durch die Traumwelt, als wären sie Teil eines expressionistischen Gemäldes. Die Kombination von Bildern, Visualisierung und Filmszenen ist das Metier von Sutcliffe. Bereits in der Vergangenheit – zuletzt mit ihrer 5. Veröffentlichung „Marie-Byrd-Land" (2023, Steeplejack Records) - erzeugten Sutcliffe einen Kopfkino-Soundtrack, bei dem Quentin Tarantino zusammen mit Kaurismäki und Jim Jarmusch nach einer durchlebten Nacht Regie geführt haben könnten. Mit dabei: Mel Albrecht [akk, keyb], Michael Albrecht [dr], Joe Brugger [b,cb, keys, progr], Markus Hofer [guit], Andreas Schock [guit, tr].
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Kulturfabrik
VVK 19€ / Ak 21 € / erm. 15 €